Dirk von Gehlen, Süddeutsche Zeitung, im Interview (Teil 3)

Video: Digitalisierung und Innovation im Journalismus (Teil 3)

Die Bedeutung von Social Media für die Süddeutsche Zeitung

Im dritten Teil unseres Videointerviews erklärt Dirk von Gehlen, Leiter Social Media und Innovation bei der Süddeutschen Zeitung, welche Rolle Social Media für die Süddeutsche Zeitung spielen.

 

transQUER im Interview mit Dirk von Gehlen, Leiter Social Media und Innovation bei der Süddeutschen Zeitung

Soziale Medien sind aus drei Gründen für uns total bedeutsam: Der erste Grund ist, dass digitale Medien allesamt soziale Medien sind. Wir müssen verstehen, dass soziale Medien – und digitale Medien generell – Erlebbarkeit in sich tragen. Es gibt das schöne Zitat: Digital media is conversation, analog media is document. Also analoge Medien dokumentieren nur etwas, digitale Medien tragen den Charakter des Erlebnisses in sich. Wer das verstanden hat, weiß, was soziales Erleben im digitalen Raum heißen kann.

Auf der zweiten Ebene ist Social Media für uns sehr relevant, um Reichweite und Relevanz zu erzielen. Also, um zu sagen, du kannst einen Text lesen, aber lies ihn doch bei der Süddeutschen. Weil du dem Süddeutsche-Account auf Facebook folgst oder weil du einem Feuilleton-Kollegen auf Twitter folgst. Das ist der Kontext, von dem ich gerade gesprochen habe, der Relevanz entstehen lässt und der auch einfach Reichweite für uns auf der Webseite entstehen lässt.

Und Social Media ist zum Dritten für uns als Recherche-Werkzeug unerlässlich. Auch da haben wir in einem relativ kurzen Zeitraum der letzten fünf Jahre sehr viel gelernt und festgestellt, dass es sehr viel wichtiger ist, dort im Austausch mit Lesern zu sein. Das kann einerseits etwas sehr Regionales sein, also dass dort eine Information früher weitergegeben wird, weil eine Partei oder ein Kandidat seine Kandidatur über Facebook oder Twitter ankündigt und erst später eine Pressemitteilung rausschickt. Es kann aber auch sein, dass im Investigativ-Ressort Informationen so weitergegeben werden können.

Wir sind sehr viel offener geworden als Redaktion, leichter ansprechbar. Und wir können auf eine sehr viel spitzere Art als Redaktion recherchieren. Da ist im reinen redaktionellen Arbeiten für uns ein ganz wichtiger Punkt. Es ist ein Handwerkszeug, das wir einsetzen, um unseren Journalismus zu verbessern.

 

Caroline bringt ihre Erfahrungen aus PR, Marketing und Redaktion als Audience Development Managerin in unser Team ein. Im Blog schreibt sie über Audience Development im Allgemeinen sowie über aktuelle Trends aus Social Media und Content Marketing.

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