Webvideos

Wie Sie mit Webvideos begeistern

Nur schöne Clips online zu stellen, reicht nicht. Wer Zuschauer erreichen will, braucht einen Plan. Sonst verschwinden die Webvideos einfach in den unendlichen Weiten der Online-Welt.

Wer YouTube immer noch unterschätzt, der glaubt auch, dieses Internet-Neuland und das ganze digitale Klimbim ginge irgendwann vorbei. Fakt ist: Die Videoplattform ist heute eine der größten Suchmaschinen im Netz – und ersetzt nicht mehr nur bei Jugendlichen das verstaubte, lineare Fernsehprogramm. Doch erst jetzt, zehn Jahre nachdem das erste YouTube-Video das Licht der Netzwelt erblickt hat, wird die Plattform auch von Medien und Unternehmen richtig ernst genommen. Und spätestens seit LeFloid den Stunt mit Angela Merkel gewagt hat oder drei Webvideomacher Barack Obama interviewen durften, setzen sich selbst die konventionellen Kommunikations-Kollegen damit ernsthaft auseinander – auch wenn sie es, wie beim Beispiel LeFloid, immer noch verleumden.

Aber YouTube ist eben auch kein Allheilmittel für eine Bewegtbild-Strategie. Bevor ich meine Videos hochlade, muss ich mich fragen: Was und vor allem wen will ich damit eigentlich erreichen? Welche Inhalte interessieren mein Publikum? Und wie kann ich die Videos nutzen, damit die Audience auf die Website konvertiert? Dort sollten sich dann natürlich auch weitere spannende und für die jeweilige Audience relevante Inhalte finden. Im Fall YouTube füge ich beispielsweise am Ende eines Videos einen verlockenden „Call to Action“ ein – und leite den Zuschauer so direkt auf meine Website. Oder ich animiere den User, das Video zu teilen, oder sich eines meiner anderen Videos anzusehen. Ganz gezielt lassen sich so entweder Nutzer auf die eigene Seite locken, oder Teil- oder Klickraten auf YouTube in die Höhe treiben. Aber eben nicht alles auf einmal – und nicht immer mit dem gleichen Video. Denn wird der Zuschauer mit zu vielen Angeboten bombardiert, verkrümelt er sich. Anders gesagt: Biete ich meinen Usern ein leckeres Bonbon an, greifen sie gern zu – und greifen immer wieder gerne zu. Bewerfe ich meine Audience dagegen mit Bonbons, Kaugummi, Gummibärchen und Marshmallows, nehmen sie – zu Recht – Reißaus.

Ist YouTube immer die richtige Plattform?

Was ein Video beim Zuschauer auslösen soll, hängt auch davon ab, wen man damit ansprechen will – entsprechend sollten die Ziele, sogenannte KPIs (Key Performance Indicators) festgesetzt werden. Das könnte zum Beispiel die Zahl von Kommentaren unter dem Webvideo sein, die Zeit, die der User mit dem Video verbringt oder Clicks, Shares und Likes. Klickraten beispielsweise machen im B2B-Bereich meist wenig Sinn. Denn unter einer Million Menschen, die das Video ansehen, sind vielleicht nur 100 Personen, die für das Unternehmen wirklich relevant sind. Ein Beispiel für eine mehrschichtige Strategie ist Jean-Claudes Truck-Spagat mit Volvo:

Die Botschaft: Volvo-Trucks können die Spur so genau halten wie kein anderer. Für Normalos, die Endverbraucher, ist das erst einmal irrelevant. Trotzdem wurde das Video über 80 Millionen mal geklickt – es ist ja auch eine richtig coole Aktion. Doch B2B-gerecht ist der Clip eigentlich nicht. Aber: Volvo zog damit Blicke auf sich und seine Technologie – und schuf damit nicht nur einen viralen Video-Abräumer, sondern köderte eben auch die geplante Kundenzielgruppe. Ihr bot das Unternehmen dann auch weiterführende Videos und führte die Audience über die Unternehmenswebsite. Und dort, eine Informationsebene tiefer, finden sich dann auch technische Daten oder die Kontaktdaten eines Händlers. So verwandelt man einen Interessenten in einen Käufer.

Überlegen Sie sich also, bevor Sie das Webvideo überhaupt drehen: Wer soll es ansehen und was möchten Sie damit erreichen. Soll es das Image Ihres Unternehmens polieren oder Ihre herausragende Expertise in einem ganz bestimmten Bereich demonstrieren? Am Ende ist dann vielleicht YouTube gar nicht die richtige Plattform. Zum Glück ist das Netz voller virtueller Präsentierteller, auf die man seinen Video-Content platzieren kann: das hippe Vine, das stylische Instagram, die Klassiker flickr oder facebook und und und. Die Wahl ist Ihre, wählen Sie weise.

 

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Ulrike übersetzt komplexe Inhalte am liebsten in leicht verständliche Videoclips. In Sachen Bewegtbild-Kommunikation und Video-Marketing ist sie immer auf dem neuesten Stand. In unserem Blog beschreibt sie, wie Unternehmen Video-Content optimal einsetzen können, um ihre Audience zu erreichen.

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